Taste statt Touchscreen: Ablenkung durch Digitalisierung
Autos werden immer digitaler. Man kann während der Fahrt ein Multimedia-System nutzen. Das ganze mit dem Smartphone koppeln, navigieren oder sich mit seinen Kontakten verbinden lassen. Alles ohne Kabel und natürlich mit Touchscreen. Intuitiv navigiert man durch mehrere miteinander vernetzte Untermenüs. Hat man keine Hand frei für den Touchscreen, weil man ja ganz nebenbei noch schalten, lenken und den Blinker setzen muss, nutzt man einige mehr oder weniger versteckt in das Lenkrad integrierte Bedienknöpfe, ebenfalls intuitiv versteht sich.
Ist das alles so einfach oder ist man doch irgendwie vom Straßenverkehr und der eigentlichen Sache, nämlich dem Fahren, abgelenkt? Muss man immer vernetzt sein?
Der ADAC hat kürzlich Autotests der letzten sieben Jahre ausgewertet und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Bedienfreundlichkeit von Fahrzeugen deutlich sinkt und das liegt tatsächlich am Trend zu softwaregesteuerten Touchscreen-Systemen, da deren oft sehr verschachtelte Menüs die Aufmerksamkeit des Fahrers beträchtlich vom Straßenverkehr ablenken, egal wie intuitiv sie sind.
Es besteht Handlungsbedarf. Und so passt Euro-NCAP sein Bewertungsschema an. Die volle Punktzahl wird im europäischen Sicherheits- und Crashtestprogramm künftig nur vergeben, wenn relevante Basisfunktionen über physische Bedienelemente, sprich Knöpfe oder Tasten, erreichbar sind. Hierzu gehören zum Beispiel Blinker, Warnblinker, Scheibenwischer, Hupe oder eCall. Andere Funktionen müssen über ein bis zwei Menüebenen erreichbar sein. Damit soll die Bedienung sicherer werden mit dem Ziel, sich vom reinen Bildschirmkonzept zu entfernen.
Grundsätzlich, so rät der ADAC, ist es sinnvoll sich vor der Fahrt mit der Menüführung vertraut zu machen. Gleiches gilt nach einem Software-Update. Auch Sprachsteuerungen können dabei helfen, sich auf das eigentliche Fahren und auf den Straßenverkehr zu konzentrieren. Hersteller fordert der ADAC dazu auf, klassische Bedienelemente nicht gänzlich durch Displays zu ersetzen. Tatsächlich, so der ADAC weiter, bevorzugen viele Autofahrer weiterhin Schalter und Knöpfe.
Textquelle: Sales Verlag
Quelle: Auto-Medienportal.Net/ACE






