Strom aus den Niederlanden

Strom aus den Niederlanden

Niederländische Batteriehersteller Super B

Seit einiger Zeit nimmt der niederländische Batteriehersteller Super B den etablierten Platzhirschen Marktanteile ab - obwohl die Produkte auf den ersten Blick hochpreisig sind.

Als europäischer Konsument ist man es schon gewohnt, dass nahezu alle elektrischen und elektronischen Geräte und Komponenten in China beziehungsweise Asien gefertigt werden. Dass muss nicht sein, wie die niederländische Firma Super B beweist. Sie fertigt ihre Produkte in den Niederlanden und bietet trotzdem oder gerade deswegen ein konkurrenzfähiges Produkt.

Ob für die Stromversorgung des Aufbaus beim Reisemobil oder als alternativer Antrieb: Die Nachfrage nach elektrischer Energie beziehungsweise Energiespeichern entwickelt sich rasant, entsprechend entwickelt sich die Technologie. Jahrzehnte gab es, nicht nur bei den Starterbatterien, fast ausschließlich Blei-Säure Akkus. Mittlerweile haben sich die mobilen Energiespeicher zu absoluten Hightech Produkten entwickelt. Entsprechend hoch sind die Anforderungen bei Entwicklung und Fertigung, was für den Standort Europa spricht.

Bei einer Werksbesichtigung bei Super B in Hengelo fällt auf, dass ein Großteil der Angestellten nicht in der Fertigung sondern in der Entwicklung und Qualitätssicherung tätig sind. Ein entscheidender Faktor für die Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit ist neben der Qualität der Zellen vor allem Hard- und Software des Batteriemanagements. Aus diesem Grund wird das komplette System in Hengelo entwickelt. Nur so lassen sich mögliche Fehler schon in der Entwicklung beheben. Keine Batterie verlässt ungetestet das Werk. Zwischendurch werden eine Batterien noch zusätzlichen Klimatests unterzogen. Neben der Umgebungstemperatur überwachen Sensoren jede einzelne Zelle. Je nach Zustand werden Ladeströme gesteuert und Fehler protokolliert. Ähnlich wie bei der Onboard-Diagnose beim Auto können ausgewählte Super B Stützpunkthändler die Batterien auslesen. So lassen sich Probleme rechtzeitig erkennen.


Kompatibilität

Viele Hersteller setzen auf komplett eigene Systemlösungen. Nur die Kombination mit eigenen Ladegeräten, Netzteilen und Steuereinheiten garantiert die Funktionsfähigkeit der Batterie beziehungsweise maximale Energie. Bei der neuen Epsilon-Batterie ist Super B einen anderen Weg gegangen. Sie ist konsequent für 12-Volt-Systeme ausgelegt. Ein spezielles Batteriemanagement-System sorgt dafür, dass sie mit fast allen Bordelektrik-System kompatibel ist, egal von welchem Hersteller Elektroblock und Ladegerät stammen. Zusätzlich ist die Batterie lageunempfindlich, was die Einbaumöglichkeiten vervielfacht. Zudem kann sie per App gesteuert und überwacht werden, so dass auch der Kunde stets über den Ladezustand im Bilde ist. Alternativ ist auch eine Paneel lieferbar.

Insgesamt günstiger

In der Anschaffung sind Lithium-Eisenphosphat-Batterien noch recht teuer, was viele Kunden abschreckt. Vergleicht man jedoch mit den „Total Costs of Ownership“ (TCO) die Gesamtkosten der Batterien, fährt man mit den niederländischen LiFePO4-Akkus deutlich günstiger als mit herkömmlichen Batteriesystemen. Entscheidend hierfür ist die bis zu zehnmal höhere Lebensdauer der neuen Systeme durch die entsprechende Anzahl von Ladezyklen.

Mehr Power

Hinzu kommt, dass eine 100 Ah LiFePO4 Batterie zwei handelsübliche 100 Ah Batterien ersetzen kann. Durch die deutlich effektivere Ladung können weitere Kosten für zusätzliche Solarmodule oder Brennstoffzellen gespart werden. Ein einfaches Solarmodul reicht üblicherweise aus, um die Batterie tagsüber zu laden. In einem Praxistest musste eine Super B Batterie gegen eine deutsche Markenbatterie gleicher Kapazität antreten. Mit beiden Batterien wurde Kaffee gekocht, bis die Batterie leer war. Das Ergebnis ist sowohl  eindeutig als auch beeindruckend: Während die herkömmliche Batterie nur 30 Becher Kaffee schaffte, schaffte die Super B mit der gleichen Kaffeemaschine 92 Becher.


Gefährliches Lithium?

Seit einiger Zeit geistern Schreckensmeldungen durch die Medien, die über eine Gefährlichkeit von Lithium-Batterien berichten. Es geht dabei meistens um brennende Akkus in Smartphones. Einige Fluggesellschaften haben den Transport der Batterien mittlerweile verboten. Entsprechend groß ist die Skepsis bei Campern gegenüber der neuen Batterietechnologie, schließlich wäre eine brennende Batterie im Reisemobil oder Caravan der Super-Gau und ein Totalverlust die Folge.

Diese Gefahr besteht bei modernen Lithium-Eisenphospat-Batterien nicht, wie uns ein Entwickler erklärt. Der Unterschied hat einfach chemische Gründe. Bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Zellen mit Lithium-Cobalt(III)-oxid (LiCoO2) wird bei der chemischen Reaktion Sauerstoff freigesetzt. Dieser kann zum thermischen Durchgehen führen, was unter ungünstigen Bedingungen zum selbstständigen Entflammen der Zelle führt. Da bei Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4) kein Sauerstoff freigesetzt wird, besteht auch keine Brandgefahr. Außerdem ist der Lithiumanteil mit rund acht Gramm pro 100 Wh bei LiFePO4-Akkusdeutlich geringer als bei Lithium-Ionen-Akkus mit circa 14 Gramm pro 100 Wh.

„Grundsätzlich könnten wir Batterien herstellen, die bei gleicher Baugröße viel mehr Energie liefern“, erklärt Geschäftsführer Henk Kleef im Gespräch. „Für uns ist aber die Betriebssicherheit entscheidend und die geht leider auf Kosten der Energiedichte.“, so Kleef weiter.

Die Technik der LiFePO4-Akkus wird ständig weiterentwickelt, daher dürften Batterien der nächsten Generation deutlich leistungsfähiger werden.

Info: www.super-b.com




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