Hymer und Dethleffs Elektromobilstudie

Mobilität der Zukunft: Hymer und Dethleffs präsentieren Elektromobilstudie e.home

Längst hat die Suche nach Alternativen zum Verbrennungsmotor auch die Reisemobilbranche erreicht. Aber wird es das wirklich geben, ein Elektro-Freizeitfahrzeug? Könnte das realistisch machbar sein? Kürzlichen stellte die Erwin Hymer Group in Kooperation mit Dethleffs auf dem Caravan Salon in Düsseldorf die Elektromobil-Studie e.home vor. Ergebnis einer jahrelangen Forschung in diesem Bereich. e.home ist ein Reisemobil, welches rein elektrisch angetrieben wird. Aktuell schätzen Experten, dass der Markt für elektrisch betriebene Fahrzeuge weltweit bis zum Jahr 2030 auf rund 30 oder sogar 40 Prozent anwachsen wird. Kein Wunder, denn der Elektroantrieb birgt ein großes Potential in Sachen Klimaschutz und reduziert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Gleichzeitig hilft der Elektroantrieb bei der Erschließung neuer Märkte. Bereits im Vorjahr gab es weltweit etwa 1,3 Millionen Elektrofahrzeuge. Warum also nicht die Möglichkeit nutzen, diesen Antrieb auch in Reisemobilen zu testen. Die Studie e.home ist rein elektrisch angetrieben. Sie wurde auf Basis eines Iveco Daily Electric Chassis gefertigt. Im Chassis sorgen drei Natrium-Nickelchlorid-Batterien für die Stromversorgung. Dabei wurden die Batterien, welche bei 400 Volt 3x 76Ah leisten, direkt ins Chassis integriert. Erste Reichweiten liegen mit dieser Ausstattung bei 180 Kilometern. In der Studie e.home wird gänzlich auf eine Versorgung mit Gas verzichtet. Auch im Wohnbereich wird mit Strom gewirtschaftet und geheizt. Den Strom bezieht das Reisemobil aus den Fahrzeugbatterien.
Ein echtes Highlight, eine zusätzliche Besonderheit: Das Fahrzeug ist sowohl Energiesammler, als auch Energiespeicher. Eine mit Dünnschicht-Solarzellen bestückte Photovoltaikfolie, welche eine Fläche von 31 Quadratmetern auf der Fahrzeugoberfläche bedeckt, produziert zusätzlichen Strom mit einer Leistung von 3.000 Watt.

Darüber hinaus ist das Elektromobil voll gespickt mit innovativen Details der technischen Art. So steht zum Beispiel sowohl eine elektrische Fensterverdunkelung als auch ein Fahrerassistenzpaket sowie ein Komponentenübergreifendes Bussystem zur Verfügung, letzteres ist mit einer praktischen Sprachsteuerung ausgestattet. Eine elektrisch dimmbare Folie wurde derart zwischen den Isolationsscheiben der Fenster verbaut, dass sie vor Sonneneinstrahlung und Blendung schützt.
Beeindruckend und doch wird weiter geforscht. Die Reichweite soll erhöht werden. Weitere Foci liegen auf Batteriekapazität, Fahrzeuggewicht und allgemeiner Konstruktion des e.home-Mobils. 

Hymer und Dethleffs haben es sich zum Ziel gesetzt, das elektrisch betriebene Reisemobil erst zur Marktreife zu führen, wenn die Reichweite bei 500 Kilometern liegt. Zudem soll die Ladeinfrastruktur innerhalb Deutschlands weiter ausgebaut werden. Zurzeit stehen landesweit rund 7.500 Stationen zur Verfügung. Bereits im Jahr 2020 sollen es 20.000 sein. Dies wird von staatlichen Förderprogrammen unterstützt. Langfristig soll innerhalb der Europäischen Union eine flächendeckende Versorgung mit Ladestationen für E-Fahrzeuge entstehen. Dies bedeutet, dass es europaweit rund 750.000 solcher Stationen geben soll, davon 150.000 in Deutschland. Ebenfalls weiterentwickelt wird die Ladegeschwindigkeit. Bereits heute kann ein Elektrofahrzeug an sogenannten Schnellladestationen in rund zwei Stunden vollständig aufgeladen werden, eine 80%ige Ladung ist in 20 Minuten möglich.

Nicht nur eine Optimierung der Batterieleistung führt zu einer größeren Reichweite bei Elektrofahrzeugen, sondern auch ein leichteres Gewicht des Fahrzeugs. Daher liegt ein weiterer Focus der Forschung auf diesem Gebiet im großen Themenbereich des Leichtbaus.  Erste Ergebnisse zeigen sich in dem nur 638 kg schweren Dethleffs Caravan Coco. Bei der Konstruktion dieses Wohnwagens kam erstmals der neue Konstruktionsansatz ICON (Intelligent Construction) zur Anwendung. Dieser Ansatz kombiniert bionisches Design mit einer computergestützten Strukturoptimierung. Intelligente Materialien werden mit multifunktionalen Baugruppen kombiniert. So kann das Gewicht deutlich reduziert werden. Gleichzeitig ist die Stabilität erhöht.

So zeigt die Elektromobilstudie e.home von der Hymer Group und Dethleffs ideale Voraussetzungen für die Mobilität der Zukunft.