ZF reduziert „Cavity Noise“ softwarebasiert
Beim Fahren gerät die Luftsäule in den Reifen in Schwingung. Dadurch entsteht das „Cavity Noise“, welches über die Bauteile am Fahrwerk wie zum Beispiel Dämpfer und Querlenker ins Innere des Fahrzeugs übertragen wird, ein störendes Geräusch. Bisher konnte es nur durch den Einsatz zusätzlicher Hardware gedämpft werden. ZF präsentierte Anfang des Jahres auf der Consumer Electronics Show, CES, in Las Vegas wie das „Cavity Noise“ softwarebasiert reduziert werden kann.
Möglich wird dieser innovative Ansatz durch eine neue Generation des ZF Smart Chassis Sensors mit integriertem Beschleunigungssensor. Das System misst die Schwingungen, welche von den Reifen ins Fahrzeug gelangen. Eine Steuereinheit analysiert die erhobenen Daten und ein Algorithmus, welcher eigens zu diesem Zwecke entwickelt wurde, erkennt das charakteristische Muster, welches durch das „Cavity Noise“ entsteht. Zur Reduktion des Geräusches wird ein phaseninvertiertes Gegensignal erzeugt. Eingespielt wird das Gegengeräusch durch die ZF-Software Cubix über Ventile der semiaktiven Dämpfer. Dabei werden kleinste Bewegungen des Dämpfers zur gezielten Reduzierung der Störgeräusche genutzt. Die Dämpferfunktion bleibt dabei in vollem Umfang erhalten.

Die softwarebasierte „Active Noise Reduction“ erfordert keinerlei zusätzliche Installation. Aktuell wird eine Geräuschpegelreduktion von über drei Dezibel erreicht, was für Fahrer und Passagiere einen deutlichen Unterschied macht. Laut ZF sollen einmal bis zu zehn Dezibel möglich sein.
Active Noise Reduktion lässt sich an Fahrzeugtypen und auch an persönliche Bedürfnisse anpassen. ZF sieht vor allem für preisgünstige Fahrzeuge ein großes Potential, da hardwarebasierte Lösungen meist den höheren Segmenten vorbehalten sind.
Die softwarebasierte Active Noise Control ist voraussichtlich 2028 serienreif. Es ist denkbar das ähnliche Systeme künftig auch zur Reduzierung des Geräusches von Quietschenden Bremsen oder im vollaktiven Dämpfsystem zum Einsatz kommen.
Textquelle: Ulrike Özkan
Quelle: ZF






